Die fünf Teile
| Teil | Was hineingehört | Anteil |
|---|---|---|
| 1. Anrede | Ein Satz an die Gäste, gern mit einer Gruppe, die besonders dazugehört | ein Satz |
| 2. Erstes Bild | Ein Moment, an dem alle den Menschen sofort wiedererkennen | ein kurzer Absatz |
| 3. Lebensstationen | Zwei, drei Stationen, die etwas über den Menschen sagen | etwa ein Viertel |
| 4. Geschichten | Eine oder zwei Eigenschaften, jede mit einer kleinen Geschichte | gut die Hälfte |
| 5. Abschied | Dank, ein Satz von ihm, ein Satz an ihn | zwei bis drei Sätze |
1. Die Anrede
Eine Anrede reicht in einem Satz. „Liebe Familie, liebe Freunde“ ist immer richtig. Persönlicher wird es, wenn Sie eine Gruppe nennen, die zu dem Menschen gehörte: „liebe Nachbarn vom Lindenweg“, „liebe Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr“. Eine Begrüßung einzelner Ehrengäste ist bei einer Trauerfeier nicht nötig.
2. Das erste Bild
Der Anfang entscheidet, ob die Gäste zuhören. Beginnen Sie mit etwas Genauem:
- „Mein Vater hat jeden Morgen um Viertel nach sechs das Radio in der Küche angemacht.“
- „Wer Oma Lene besucht hat, ging nie ohne ein Glas Marmelade nach Hause.“
- „Sie hat jede Geburtstagskarte mit Füller geschrieben, bis zum Schluss.“
Weniger gut tragen allgemeine Sätze über das Leben und den Tod. Die kennen die Gäste, sie warten auf den Menschen.
3. Lebensstationen
Wählen Sie Stationen, die etwas erzählen: die Lehre in der Firma, in der er dann 41 Jahre blieb, der Umzug in das Haus, in dem die Kinder groß wurden. Eine Liste aller Jahreszahlen ermüdet beim Zuhören. Wer den vollständigen Lebenslauf braucht, etwa ein Pfarrer, bekommt ihn besser als eigenes Blatt.
4. Geschichten
Hier liegt das Herz der Rede. Nehmen Sie eine Eigenschaft und erzählen Sie, woran man sie gemerkt hat. „Sie war großzügig“ bleibt nicht hängen. „Sie hat jedem Enkel zum Führerschein 50 Mark in ein Briefkuvert gesteckt, auch noch, als es längst Euro gab“ schon. Ein wenig Humor ist erlaubt, wenn er zum Menschen gehörte; mehr dazu unter humorvolle Trauerrede.
5. Der Abschied
Am Ende stehen zwei oder drei Sätze. Bewährt haben sich:
- ein Dank: „Danke für jeden Sonntag, an dem du die Brötchen geholt hast.“
- ein Satz von ihm: „Er hat immer gesagt: Kriegen wir hin. Diesmal nicht, Papa.“
- ein Satz an sie, wenn Sie in der dritten Person gesprochen haben: „Mama, wir passen auf den Garten auf.“
Ein Vers oder Bibelwort kann den Schluss bilden, wenn er zur Familie passt. Gemeinfreie Verse mit Quelle finden Sie unter Trauersprüche.
Wie lang jeder Teil wird
Bei fünf Minuten Redezeit und ruhigem Tempo haben Sie etwa 600 Wörter. Davon gehören gut 300 den Geschichten, etwa 150 den Lebensstationen und der Rest dem Anfang und dem Schluss. Bei drei Minuten bleibt Platz für eine einzige Geschichte, und das ist genug. Ein Beispiel dafür steht unter kurze Trauerrede.
Wenn Sie die Teile nicht selbst füllen möchten: Unser Formular fragt genau in dieser Reihenfolge nach Stationen, Eigenschaften und Geschichten. Wenn Sie Ihre Erinnerungen eintragen, entsteht daraus eine Rede mit diesem Aufbau, in großer Schrift zum Vorlesen und als Word-Datei zum Ändern.
Wie Sie anfangen, Erinnerungen zu sammeln, steht unter Trauerrede schreiben.
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Häufige Fragen
Wie beginnt man eine Trauerrede?
Mit einer kurzen Anrede der Gäste und dann mit einem Bild, an dem alle den Menschen wiedererkennen. Zum Beispiel: „Wenn ich an meine Mutter denke, sehe ich sie am Küchenfenster, mit dem Kreuzworträtsel und dem Bleistift hinter dem Ohr.“
Wie beendet man eine Trauerrede?
Kurz. Ein Dank, ein Satz, den der Verstorbene oft gesagt hat, oder ein Satz direkt an ihn. Danach braucht es keinen weiteren Abschluss. Ein Vers oder Bibelwort passt nur, wenn es zum Menschen und zur Feier passt.
Wie viel Lebenslauf gehört in die Rede?
Wenig. Zwei oder drei Stationen, die etwas über den Menschen erzählen. Wenn ein Pfarrer oder Redner die Feier leitet, trägt oft er den Lebenslauf vor, und Ihre Rede kann ganz bei den Geschichten bleiben.