Das Trauergespräch
Nach dem Tod meldet sich meist die Gemeinde oder das Bestattungshaus vermittelt einen Termin. Im Trauergespräch fragt die Pfarrerin nach dem Leben des Verstorbenen, nach Liedern und Bibelworten und danach, wer bei der Feier etwas sagen möchte. Für eine persönliche Predigt braucht sie vor allem eines: Geschichten.
Viele Familien gehen unvorbereitet in dieses Gespräch und erinnern sich erst danach an das, was sie hätten erzählen wollen. Es hilft, vorher eine Seite mit Stichpunkten zu schreiben.
Was die Pfarrerin wissen sollte
- Lebensdaten und Stationen: Geburtsort, Ausbildung, Beruf, Heirat, Kinder, Umzüge, die wichtig waren.
- Familie: wer gehört dazu, wie werden die Namen geschrieben, wer ist schon verstorben.
- Eigenschaften mit Beispiel: zu „hilfsbereit“ gehört, woran man es gemerkt hat.
- Zwei oder drei Geschichten, die die Familie immer wieder erzählt.
- Glaube: War der Verstorbene in der Gemeinde aktiv, gab es einen Konfirmations- oder Trauspruch, ein Lieblingslied?
- Was nicht gesagt werden soll: schwierige Kapitel, frühere Ehen, Streit in der Familie.
Den Konfirmations- oder Trauspruch finden Sie oft auf alten Urkunden oder im Familienstammbuch. Manche Pfarrerinnen bauen die Predigt darum herum.
Stichpunkte statt fertiger Rede
In der Regel schreibt eine Pfarrerin ihre Predigt selbst und liest keine fertige Rede vor. Was ihr hilft, sind sachliche Stichpunkte, die sie auswählen und in ihre Worte bringen kann. Genau so ein Blatt bekommen Sie bei uns zu jeder Rede dazu: Stichpunkte zum Lebenslauf mit Familie, Stationen, Eigenschaften und den Geschichten im Wortlaut der Familie, für die Rednerin, den Redner oder die Pfarrerin.
Wenn ein Pfarrer spricht, wählen Sie im Formular bei „Wer spricht?“ den Redner. Dann entsteht die Rede in der dritten Person, so wie ein Redner sie halten würde, und die Stichpunkte liegen bei. Sie können beides ins Trauergespräch mitnehmen: das Blatt mit Stichpunkten und die Rede als Anregung. Wenn Sie die Angaben eintragen, haben Sie beides in der Regel nach etwa einer Stunde, rechtzeitig vor dem Gespräch.
Möchten Sie zusätzlich selbst ein paar Worte sagen, ist eine kurze Trauerrede oder ein paar Worte am Grab passend. Wie eine kirchliche Feier abläuft, steht unter Ablauf einer Trauerfeier, Hinweise für eine persönliche Rede mit Glauben unter christliche Trauerrede.
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Häufige Fragen
Kostet die Trauerrede des Pfarrers etwas?
Für Mitglieder der evangelischen Kirche fallen für die kirchliche Bestattung in der Regel keine Kosten an, sie ist über die Kirchensteuer abgegolten; eine Spende an die Gemeinde ist üblich. Für Kirche, Orgel oder Kapelle können eigene Gebühren anfallen. Fragen Sie in Ihrer Gemeinde nach, die Regeln unterscheiden sich.
Darf ich bei einer kirchlichen Trauerfeier selbst sprechen?
In vielen Gemeinden ja, meist vor oder nach der Predigt oder am Grab. Fragen Sie im Trauergespräch, wann und wie lange. Drei bis fünf Minuten sind ein gutes Maß, damit die Feier nicht zu lang wird.
Was, wenn der Verstorbene aus der Kirche ausgetreten war?
Dann ist eine kirchliche Bestattung oft nicht möglich oder liegt im Ermessen der Gemeinde. Viele Familien wählen dann eine freie Feier mit einem Redner oder sprechen selbst.