Was eine freie Trauerrede ausmacht
Bei einer kirchlichen Feier gibt die Liturgie den Rahmen vor: Lesung, Gebet, Segen. Bei einer freien Feier fehlt dieser Rahmen. Die Rede muss dann mehr leisten. Sie begrüßt, sie erzählt, sie gibt den Gästen einen Moment zum Innehalten und sie schließt die Feier.
Ein Aufbau, der sich bewährt hat:
- Begrüßung, schlicht, mit dem Namen der verstorbenen Person.
- Das Leben, in einigen Stationen und Geschichten.
- Ein Moment der Stille. Er kann in der Rede angekündigt werden: „Lassen Sie uns einen Moment an ihn denken, jeder auf seine Weise.“
- Was bleibt bei den Menschen im Raum, ganz konkret.
- Abschied.
Ohne religiöse Bilder klingt eine Rede schnell nüchtern. Dagegen helfen genaue Erinnerungen und ein Satz, den die verstorbene Person selbst oft gesagt hat.
Beispielrede ohne Religion
Beispiel für eine erfundene Person, mit KI erstellt und von uns überarbeitet. Etwa zweieinhalb Minuten mit der Stille, nicht religiös.
Liebe Familie Brandes, liebe Freundinnen und Freunde von Ilse.
Wir verabschieden uns heute von Ilse Brandes. Sie ist 78 Jahre alt geworden.
Ilse hat 32 Jahre lang Biologie unterrichtet, am Gymnasium in Celle. Ehemalige Schüler haben ihr noch Jahrzehnte später Fotos von Pflanzen geschickt, mit der Frage: Was ist das? Sie hat jede Antwort gewusst. Bei Pilzen hat sie dazugeschrieben: Nicht essen.
Sie hat einen Garten gehabt, der aussah, als hätte niemand ihn gepflegt. Das war Absicht. Sie hat Brennnesseln stehen lassen, wegen der Schmetterlinge. Die Nachbarn haben sich beschwert. Nach ein paar Jahren haben die Nachbarn selbst Brennnesseln stehen lassen.
Ilse war nicht gläubig, und sie hat daraus nie ein Geheimnis gemacht. Sie hat einmal gesagt, sie glaube an Kompost. Alles kommt zurück in den Kreislauf. Sie hat gelacht, als sie das gesagt hat, aber sie hat es ernst gemeint.
Ihr Mann Klaus ist vor neun Jahren gestorben. Danach hat sie einen Kurs in Holzschnitt belegt, mit 69. Ihre Drucke hängen in vielen Wohnungen hier im Raum. Meistens Blätter. Einmal eine Kröte, die sie besonders gemocht hat.
Lassen Sie uns einen Moment still sein und an Ilse denken. Jeder auf seine Weise.
(Stille)
Ilse hat ihren Schülern immer gesagt: Schaut genau hin. Das war ihr Rat für die Biologie, und ich glaube, auch für das Leben. Wenn wir in den nächsten Wochen draußen sind und eine Pflanze sehen, deren Namen wir nicht kennen, dann denken wir an sie.
Danke, Ilse.
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Musik und Texte ohne Religion
Für die Musik eignen sich Stücke, die die verstorbene Person mochte, oder ruhige Instrumentalmusik. Wenn ein Gedicht gelesen werden soll, finden Sie bei den Klassikern viel, das ohne Glauben auskommt. Für Anzeige und Liedblatt schlagen wir Verse vor, deren Verfasser seit mehr als 70 Jahren tot sind, weil diese Texte nach § 64 Urheberrechtsgesetz frei verwendet werden dürfen (Gesetzestext).
Weitere Seiten
Wenn ein Pfarrer spricht, lesen Sie christliche Trauerrede. Beispiele nach Beziehung finden Sie für den Vater, die Mutter und einen Freund. Was eine Rednerin kostet, steht unter Trauerrede Kosten. Für die Anzeige hilft Traueranzeige Text, für Bilder bei der Feier das Gedenkvideo.
Häufige Fragen
Wer hält eine freie Trauerrede?
Ein Familienmitglied, ein Freund oder eine freie Rednerin. Ein freier Redner kostet in der Regel zwischen 200 und 750 €, mehr dazu unter Trauerrede Kosten.
Kommt in einer nicht religiösen Rede wirklich nichts Religiöses vor?
Wenn Sie „nicht religiös“ wählen, prüft unsere Software jeden Text auf Wörter wie Gott, Himmel, Gebet, Segen und Seele und lässt sie weg. Ausnahme: Sie haben ein solches Wort selbst in Ihren Angaben verwendet, etwa weil sie im Kirchenchor gesungen hat.
Wie läuft eine Trauerfeier ohne Kirche ab?
Meist Musik zum Eingang, Begrüßung, Rede, eine Zeit der Stille oder ein Gedicht, noch einmal Musik, Abschied am Sarg oder an der Urne. Den Ablauf legen Sie mit dem Bestatter fest. Im Textpaket bekommen Sie einen Ablaufplan als Vorlage.
Was tritt an die Stelle eines Gebets?
Oft eine Minute Stille, ein Gedicht oder ein Lied, das die verstorbene Person mochte. Für Anzeige und Liedblatt schlagen wir nur Verse von Dichtern vor, die seit mehr als 70 Jahren tot sind, zum Beispiel Eichendorff oder Rilke.
