Schritt 1: Sammeln, ohne zu bewerten
Setzen Sie sich mit einem Blatt Papier oder dem Handy hin und schreiben Sie zehn Minuten lang alles auf, was Ihnen einfällt. Noch keine Sätze, nur Stichworte. Es hilft, andere aus der Familie dazuzuholen. Jeder erinnert sich an andere Dinge, und oft kommen beim Erzählen Geschichten zurück, die man vergessen hatte.
Diese Fragen helfen beim Erinnern:
- Woran erkennt man sie oder ihn sofort? Ein Satz, eine Handbewegung, ein Geruch, ein Lied.
- Wo war sie am liebsten? Ein Ort, ein Stuhl, ein Platz im Garten.
- Was hat er immer gesagt, wenn etwas schiefging?
- Wofür hat sie sich Zeit genommen, wofür nie?
- Welche Geschichte erzählt die Familie bei jedem Fest?
- Was machen Sie heute noch so, wie sie oder er es Ihnen gezeigt hat?
Schritt 2: Auswählen
Aus der Liste wählen Sie zwei oder drei Geschichten aus. Gut sind Geschichten, die viele im Raum wiedererkennen, und solche, die eine Eigenschaft zeigen, ohne sie zu benennen. Statt „Er war hilfsbereit“ erzählen Sie, wie er bei jedem Stromausfall in der Straße mit seiner Werkzeugtasche losging.
Lassen Sie weg, was nur Sie verstehen, was jemanden im Raum verletzen könnte und was Sie nicht laut sagen möchten. Alles, was in einer Rede steht, hören am Ende alle.
Schritt 3: Ordnen
Die meisten Reden folgen ohne großen Plan derselben Ordnung: ein Bild zum Anfang, ein paar Stationen des Lebens, die Geschichten, ein Dank oder ein Satz zum Abschied. Wie das im Einzelnen aussehen kann, mit Beispielsätzen für Anfang und Schluss, steht auf der Seite Aufbau einer Trauerrede.
Schritt 4: Schreiben, wie Sie sprechen
Schreiben Sie kurze Sätze, so wie Sie sie sagen würden. Ein Satz pro Gedanke. Vermeiden Sie Formulierungen, die Sie sonst nie benutzen würden; die Gäste hören sofort, wenn ein Satz nicht zu Ihnen passt. Große Bilder von Wegen, Spuren und Lichtern können Sie weglassen. Ein genaues Detail sagt mehr: das Tomatenheft im Schuppen, die Kittelschürze mit den Bonbons in der Tasche.
Schritt 5: Laut lesen und kürzen
Lesen Sie den Text laut und stoppen Sie die Zeit. Fünf Minuten sind für eine persönliche Rede ein gutes Maß, bei ruhigem Tempo sind das etwa 600 Wörter. Wenn Sie deutlich darüber liegen, streichen Sie zuerst Lebenslauf und Aufzählungen. Den Redezeit-Rechner finden Sie auf der Seite zum Vortragen.
Ein Zeitplan bis zur Feier
Die Bestattungsgesetze der Länder setzen enge Fristen, in Niedersachsen und Bayern zum Beispiel acht Tage bis zur Bestattung. Für die Rede bleibt deshalb wenig Zeit.
| Wann | Was |
|---|---|
| Sobald der Termin steht | Liste anlegen, Familie nach Geschichten fragen |
| Drei bis vier Tage vorher | Auswählen und eine erste Fassung schreiben |
| Zwei Tage vorher | Laut lesen, kürzen, jemandem vorlesen |
| Am Abend vorher | Zweimal in großer Schrift ausdrucken, nicht mehr umschreiben |
Wenn Ihnen dafür die Ruhe fehlt, können Sie Ihre Stichworte auch in unser Formular eintragen. Es fragt nach genau diesen Dingen: Lebensstationen, Eigenschaften mit einem Beispiel, Geschichten. Daraus entsteht eine Rede zum Vorlesen, in der Regel nach etwa einer Stunde, mit einer Überarbeitung inklusive. Was Sie nicht erzählen, wird nicht dazuerfunden.
Beispielreden für verschiedene Menschen finden Sie unter Trauerrede Beispiele, Hilfe für den Vortrag unter Trauerrede halten.
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Häufige Fragen
Wie fange ich an, eine Trauerrede zu schreiben?
Mit einer Liste statt mit dem ersten Satz. Schreiben Sie zehn Minuten lang alles auf, was Ihnen zu dem Menschen einfällt: Orte, Sätze, Gewohnheiten, kleine Geschichten. Erst danach wählen Sie aus und ordnen. Den Anfang der Rede schreiben Sie am besten zuletzt.
Wie viel Zeit brauche ich für eine Trauerrede?
Für das Sammeln und Schreiben rechnen viele mit einem Abend, für das Überarbeiten und laute Lesen mit einem zweiten. Weil zwischen Tod und Trauerfeier oft nur wenige Tage liegen, lohnt es sich, früh mit der Liste zu beginnen.
Muss eine Trauerrede den ganzen Lebenslauf enthalten?
Nein. Zwei oder drei Stationen, die etwas über den Menschen erzählen, reichen. Die vollständigen Lebensdaten stehen ohnehin in der Anzeige und oft auf dem Liedblatt.